Was Sie vor und nach einer Weisheitszahn-OP beachten müssen

Weisheitszähne können auf Grund von vielen Ursachen Probleme erzeugen. Sie können sehr starken Druck auf den Kiefer und die umliegenden Zähne ausüben, sie können das Zahnfleisch entzünden, eine Fehlstellung der Zähne oder sogar eine ausgedehnte Entzündung mit einer starken Schwellung der Wangen verursachen. Wenn dies der Fall ist, empfiehlt sich eine Weisheitszahn-OP. Aber was ist eigentlich vor und nach dem Eingriff zu beachten?

So bereiten Sie sich gut auf eine Weisheitszahn-OP vor:

Vor dem geplanten Operationstermin sollten Sie bereits zu Hause einige Vorbereitungen treffen. Wir empfehlen Ihnen, sich genügend Kühlpads anzuschaffen und diese bereits vor der OP zu kühlen. Gerade wenn Sie sich dafür entscheiden, alle vier Weisheitszähne auf einmal entfernen zu lassen, sollten genügend Kühlpads vorhanden sein, um eine ständige Kühlung zu ermöglichen.  Größere Anschwellungen der Wangen können so am effektivsten verhindert werden.

Kaufen Sie zudem eine spezielle antibakterielle Mundspülung in der der Apotheke, das notwendige Rezept erhalten Sie dafür in der Praxis. Benutzen Sie keine frei verkäuflichen Mundspülungen, diese können den Heilungsverlauf negativ beeinflussen. Da das Putzen mit der Zahnbürste unangenehm sein kann, neigen viele Menschen dazu, in den ersten Tagen nach dem Eingriff nicht ausreichend zu putzen. Die vernachlässigte Mundhygiene kann dann zur Entstehung von Karies durch Bakterien führen. Daher empfiehlt es sich, diesen mit einer antibakteriellen Mundspülung entgegen zu wirken.

Obwohl Sie nach dem Eingriff wie gewohnt essen könnten, sollten in den ersten zwei bis drei Tagen hauptsächlich flüssige oder breiförmige Nahrungsmittel zu sich genommen werden. Nach etwa einer Woche  können Sie Ihre Zähne wie gewohnt belasten. Vor der OP sollten also genügend Lebensmittel mit einer flüssigen oder breiförmigen Form eingekauft oder zubereitet werden.

Unabhängig davon, ob Sie sich für eine lokale Anästhesie oder für den Dämmerschlaf oder gar die Vollnarkose entscheiden, sollten Sie nach der OP nicht alleine Auto oder Fahrrad fahren. Daher sollten Sie eine Begleitperson zu dem Eingriff mitbringen, die Ihr sicheres Heim kommen garantieren kann.

Was es nach der Weisheitszahn-OP zu beachten gibt:

Nachdem Ihnen die Weisheitszähne entfernt wurden, sollten Sie auf einige Dinge achten, um der Wundheilung nicht entgegen zu wirken.

Die Nahrung

Nach der Behandlung dürfen Sie grundsätzlich essen, sofern die Betäubung nachgelassen hat. In den ersten zwei bis drei Tagen sollte es flüssige oder breiförmige Nahrung sein, da das Kauen noch Schmerzen verursachen kann. Des Weiteren sollte die Nahrung nicht zu heiß sein. Vermeiden Sie zudem klebrige oder bröselige Speisen, da sich diese in der Wunde festsetzen und eine Entzündungen verursachen können. Auf Alkohol, Kaffee, Cola oder schwarzen Tee sollten Sie in dieser Zeit verzichten. Milchprodukte sollten bei Wunden im Mundbereich grundsätzlich nicht verzehrt werden. Nach den Mahlzeiten sollte Sie den Mund mit Wasser umspülen. In der Regel können Sie nach einer Woche wieder normal Lebensmittel zu sich nehmen. Wenn Sie jedoch Fragen oder Bedenken dazu haben, sollten Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen.

Schmerzen und Schwellungen mindern

Auch wenn der operative Eingriff der Weisheitszahnentfernung heutzutage sehr schonend durchgeführt wird, lassen sich leichtere Beschwerden nicht vermeiden. Allerdings können diese Schmerzen sehr gut durch verordnete Schmerzmittel gelindert werden. Hierfür sind vor allem Ibuprofen und Paracetamol geeignet, ein entsprechendes Rezept erhalten Sie bei Ihrem Besprechungstermin in der Praxis. Aspirin sollte nicht eingenommen werden, da es blutverdünnend wirkt und somit Nachblutungen verursachen kann. Die Schmerzmittel sollten drei Mal täglich – jeweils morgens, mittags und abends – für zwei bis drei Tage eingenommen werden. Wenn die Schmerzen diese Grenze überschreiten, sollten Sie Ihren Fachzahnarzt aufsuchen. Schwellungen können Sie mit konstantem Kühlen der Wangen reduzieren. Absolute körperliche Ruhe hilft dem gesamten Heilungsprozess.

Wenn Sie Raucher sind:

Da Nikotin die Blutgefäße verengt, wird die Wundheilung enorm gestört. Daher sollten Sie zumindest bis zum Entfernen der Fäden, welches in der Regel nach sieben bis zehn Tagen stattfindet, völlig auf das Rauchen verzichten.

Sport nach der Weisheitszahn-OP

Direkt nach dem Eingriff empfiehlt sich eine völlig körperliche Ruhe für drei bis sieben Tage. Sportliche Aktivitäten, bei welchen der Puls nicht ansteigt, können nach 14 Tagen fortgeführt werden. Kampf- und Mannschaftssportarten sollten jedoch erst nach sechs Wochen wieder fortgeführt werden. Im Zweifel können Sie hierzu auch Ihren Fachzahnarzt befragen.

Weitere Komplikationen: Nachblutungen oder Schwellungen

Eine leichte Nachblutung ist nach dem Eingriff völlig normal. Um diese zu verringern, können Sie einfach eine Mullbinde oder Stofftaschentuch auf die Wunde legen. Beißen Sie für sechzig Minuten so auf die Mullbinde oder das Stofftaschentuch, dass die Wunde damit zugedrückt wird. Nebenbei können Sie die entsprechende Wange auch noch kühlen. Achten Sie darauf, dass Sie das Zubeißen während dieser Zeit nicht unterbrechen.

Schwellungen, die nach einigen Wochen wieder auftreten, können durch eine Entzündung oder Wundheilungsstörung verursacht worden sein. Gründe hierfür sind z.b. in den Wunden gesammelte Essensreste. Da der Kiefer erst nach sechs bis zwölf Wochen völlig ausgeheilt ist, können in dieser Zeit festsitzende Essensreste für Entzündungen sorgen. Konsultieren Sie in solch einem Fall sofort Ihren Fachzahnarzt für Oralchirurgie!