Weisheitszähne operativ entfernen lassen

Da sich der Kiefer im Laufe der Evolution zunehmend verkleinert hat, finden die Weisheitszähne nicht mehr genügend Platz neben den eigentlichen Zähnen. Es können Druckzustände und Schmerzen entstehen. Die Lösung: Eine Entfernung der Weisheitszähne. Allerdings entwickeln sich die Weisheitszähne nicht mehr bei jedem. Am häufigsten entstehen die Schmerzen durch die Weisheitszähne während der Pubertät. Jedoch können Sie auch noch im hohen Alter Beschwerden bereiten. Daher stammt übrigens auch der Begriff Weisheitszahn ab. Wenn Sie sich die Weisheitszähne ziehen lassen möchten, finden Sie hier umfangreiche Antworten auf all Ihre Fragen.

Die Diagnose

Der Zustand Ihrer Weisheitszähne wird bei jeder Prophylaxeuntersuchung kontrolliert. Wenn Sie über Schmerzen klagen, kann zudem anhand einer einer 3D-Volumentomographie die Kieferbeschaffenheit begutachtet werden. So erhält Ihr Oralchirurg einen genauen Überblick über den Nervenverlauf und die Lage der Weisheitszähne. Allerdings macht sich der Einfluss der Weisheitszähne nicht nur über Schmerzen im Kiefer bemerkbar. Andere Leitsymptome, welche durch die Weisheitszähne verursacht werden, sind:

  • Schmerzen beim Essen
  • Entzündliches Zahnfleisch
  • Geruchsbildung
  • Zahnengstand an den Frontzähnen

 

Der operative Eingriff: Weisheitszähne ziehen lassen

Die Narkoseformen

Wenn Sie sich die Weisheitszähne ziehen lassen wollen, geschieht dies meist ambulant durch eine Oralchirurgen und häufig unter Lokalanästhesie. Es ist aber auch möglich, sich die Weisheitszähne im Dämmerschlaf oder unter Vollnarkose entfernen zu lassen. Bei der Lokalanästhesie werden lediglich die betroffenen Stellen durch die Injektion von Betäubungsmittel anhand einer Spritze betäubt. Wenn Sie sich für die Methode des Dämmerschlafes entscheiden, werden Sie in einen Schlaf versetzt, welcher eine Zwischenstufe der Lokalanästhesie und der Vollnarkose entspricht. In diesem Zustand spüren Sie weder Angst noch Schmerz, können jedoch selbstständig atmen. Daher ist diese Methode auch besonders für Patienten, welche Ihren Herz-Kreislauf nicht zusätzlich belasten wollen, besonders geeignet. Die letzte Art der Narkose, unter welchen Ihnen die Weisheitszähne entfernt werden können, ist die Vollnarkose. In diesem Zustand sind Sie völlig stress- und schmerzfrei. Allerdings bringen Vollnarkosen auch immer einige Risiken mit sich, die Sie zunächst mit Ihrem Oralchirurgen und Anästhesisten besprechen sollten.

Der OP-Ablauf

Nachdem Sie sich für eine Form der Narkose entschieden haben und diese gesetzt wurde, wird das über den Weisheitszähnen liegende Zahnfleisch eröffnet und vom Kieferknochen gelöst. Nachdem die Zähne freigelegt sind, können diese entfernt werden. Wenn alle Weisheitszähne rückstandslos entfernt sind, wird die Wunde wieder vernäht. In der Regel dauert dieser Eingriff 20 – 40 Minuten. Dies hängt ganz davon ab, wie viele Weisheitszähne Sie sich auf einmal entfernen lassen und in welcher Lage sich die Zähne befinden.

Ihre Option – auf einmal ziehen oder nach einander

Es ist sowohl möglich, alle vier Weisheitszähne auf einmal zu ziehen, wie auch diesen Eingriff auf zwei Behandlungen aufzuteilen. Für zwei Behandlungen mit jeweils zwei Zähnen spricht, dass Sie die andere Seite fast uneingeschränkt zum Kauen benutzen können. Allerdings bedeutet eine Aufteilung der operativen Eingriffe auch eine längere Wundheilungszeit. Wenn Sie sich also alle vier Weisheitszähne ziehen lassen, müssen Sie die dadurch entstandenen Schmerzen und Schwellungen nur ein mal ertragen, statt zwei Mal.

Nach der Operation

Egal für welche Variante Sie sich entscheiden, lassen sich leichte Wundschmerzen und Schwellungen nach dem Eingriff nicht vermeiden. Allerdings können Sie diese durch die Einnahme von Schmerzmitteln und durch ständiges Kühlen lindern. Als Schmerzmittel sind Ibuprofen oder Paracetamol geeignet. Auf die Einnahme von Aspirin sollte unbedingt verzichtet werden, da dies blutverdünnend wirkt und somit Nachblutungen begünstigen kann. Falls Sie jedoch extrem starke Schmerzen haben oder unter heftigen Nachblutungen oder Schwellungen leiden, sollten Sie umgehenden Ihren Fachzahnarzt aufsuchen.

Nach dem Eingriff sollten Sie für 2-3 Tage zudem eine flüssige oder breiförmige Nahrung verzehren, um den Kiefer nicht zu sehr zu belasten. Zudem sollten Sie sich insgesamt etwas schonen. Was Sie genau vor und nach der Operation beachten sollen, haben wir für Sie in diesem Blogbeitrag zusammengestellt.

In der Regel werden die Fäden nach sieben Tagen gezogen. Der Kieferknochen benötigt allerdings bis zu zwölf Wochen, um völlig auszuheilen.

Die Kosten

Sofern ein Zahnarzt die medizinische Notwendigkeit für den Eingriff sieht, wird diese von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Allerdings übernehmen die Krankenkassen in der Regel nur die Behandlung mit einer örtlichen Betäubung. Wenn Sie sich für den Dämmerschlaf oder die Vollnarkose entscheiden, kann dies zusätzliche Kosten mit sich bringen, die von Ihnen getragen werden müssen.